Mit ihrem gemeinsamen Entwurf für das „Schaufenster Bootsbau“ gewannen Andreas Schneider, Ulrich Ruwe und Reinhard Beichler den ersten Preis im Realisierungswettbewerb für einen Ausstellungspavillon auf dem Bremer Teerhof. Seit dem Mittelalter wurden auf der Weser-Halbinsel Schiffe gebaut und Schiffsbedarf gefertigt. Das Entwurfskonzept greift das historische Erbe auf und führt es in die Gegenwart: Eine offene Werkstatt interpretiert das Leitbild einer Werft neu und eröffnet Einblicke in handwerkliche Herstellungsverfahren im Bootsbau. Im engen Budgetrahmen werden innovative Lösungen in der Materialwahl, zum Beispiel LKW-Planen und Container, umgesetzt.
Die gebogene Stahlkonstruktion formt eine Halle aus, die sich zugleich offen und schützend für Besuchende auf dem Teerhof darbietet. Das geschwungene Dach erzeugt eine expressive Wirkung und ist auch von der anderen Seite der Weser sichtbar. Das Dach ist als Stahlkonstruktion ausgeführt und mit LKW-Planen bespannt. Es birgt alle Nutzungsbereiche der Ausstellung unter sich.
Die großzügige, offene Ausstellungsfläche wird von wiederverwendeten Containern in einer Lärchenholzschalung flankiert, welche als Büro- und Lagerbereiche dienen. Ein Holzsteg führt in 1,50 m Höhe um die offene Werkstatt herum und ermöglicht Besuchenden neue Perspektiven auf den Arbeitsplatz der Bootsbauer: Die traditionelle Handwerkskunst und die entstehenden Boote können detailliert und zugleich mit der nötigen Distanz bestaunt werden.